Silvias kreativer Blog

Der Wal und das Ende der Welt - John Ironmonger - Buchrezension

Silvia Stangl • 17. August 2026

Und weiter geht meine kleine „Ketten“-Leserei. Kaum ist die letzte Seite eines Buches zugeschlagen, wird beim nächsten schon die erste aufgeschlagen. Inzwischen habe ich dabei festgestellt, dass ich zwar eine gewisse Vorliebe für Krimis habe, mich aber grundsätzlich nicht gerne festlege und mich gerne durch die verschiedensten Genres lese.


Meine 12. Rezension führt mich diesmal zu Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger.
Ein Buch, das mich auf ganz eigene Weise beschäftigt und zum Nachdenken gebracht hat.


Collage Neue Wege Neue Möglichkeiten



Der Wal und das Ende der Welt

Autor: John Ironmonger

Titel: Der Wal und das Ende der Welt
Kategorie: Roman
Seiten:
  464

Lesezeit: In der dritten Juli-Woche.
Eine Empfehlung meines Sohnes, aus dessen Bücherregal das Buch auch stammt. Er hat es in seinem
Literaturkreis gelesen.


Um was geht es in diesem Buch? (Kurzfassung):

Joe Haak wird schwer verletzt an der Küste des kleinen englischen Dorfes St. Piran gefunden.
Die nur 307 Bewohner nehmen ihn auf, obwohl niemand weiß, wer er ist oder woher er kommt.
Kurz darauf wird ein gestrandeter Wal gerettet und zurück ins Meer gebracht. Doch während Joe
langsam Teil der Dorfgemeinschaft wird, breitet sich weltweit eine geheimnisvolle Krise aus.
Bald wird klar: Alles hängt mit allem zusammen. Was zunächst wie eine Bedrohung für das kleine Dorf wirkt, betrifft letztlich nicht nur die Gemeinschaft von St. Piran, sondern das ganze Land. Ein Roman über Krisen, Menschlichkeit, Zusammenhalt und die Frage, wie Menschen handeln, wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es war.


Mein erster Leseeindruck:

Am Anfang liest sich der Roman noch relativ leicht, doch schon bald merkt man, dass er viel mehr ist als eine einfache Lektüre. Es ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte, um über die Geschichte und

die eigenen Gedanken dazu nachzudenken. Gerade weil wir 2020 selbst eine ähnliche Ausnahmesituation erlebt haben, bekommt die Geschichte eine besondere Bedeutung. Dass die Neuauflage ebenfalls in diesem Jahr erschienen ist, finde ich daher besonders erwähnenswert.

Das Buch hat mich sehr bewegt und mir gezeigt, dass wir immer eine Wahl haben, wie wir in schwierigen Situationen miteinander umgehen. Man kann nur auf sich selbst schauen und versuchen, den eigenen Kopf zu retten. Oder man bleibt ruhig, hält zusammen und bewältigt schwere Zeiten gemeinsam. Gerade daran zeigt sich für mich der Charakter eines Menschen. Sehr gut geschrieben, tiefgründig und für mich ein Buch, das mich noch lange beschäftigt und berührt hat.


Eine Stelle aus dem Buch in meinen Worten (wegen Urheberrecht):

Eine Stelle auf Seite 247 hat mich besonders angesprochen. Joe erinnert sich daran, was sein Vater ihm als Junge über den Umgang mit Krisen beigebracht hat: Eine schwierige Situation zunächst auf einer Skala einzuordnen und sich dann zu fragen, wie wichtig sie wohl morgen, in einer Woche oder sogar in einem Jahr noch sein wird. Was heute riesig erscheint, kann mit etwas Abstand plötzlich viel kleiner wirken. Dieser Gedanke hat mich getroffen, weil auch ich schnell dazu neige, erst einmal das Schlimmste anzunehmen. Inzwischen habe ich aber gelernt, dass manches, was sich im ersten Moment wie eine Katastrophe anfühlt, am Ende gar nicht so schlimm ist. Manchmal hilft tatsächlich ein wenig Abstand, um die Dinge wieder in die richtige Größe zu rücken.


Welche Themen standen im Vordergrund?

  • Krise und Ausnahmesituationen
  • Zusammenhalt und Gemeinschaft
  • Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft
  • Entscheidungen und Verantwortung
  • Hoffnung und Zuversicht


Mein persönliches Fazit:

Der Wal und das Ende der Welt ist für mich ein tiefgründiger und bewegender Roman, der weit über eine schöne Geschichte hinausgeht. Er regt dazu an, über Krisen, Menschlichkeit und den eigenen Umgang mit schwierigen Situationen nachzudenken.

Wer sich beim Lesen gerne Zeit nimmt, um eine Geschichte nicht nur zu verfolgen, sondern auch auf sich selbst wirken zu lassen, dem kann ich dieses Buch unbedingt empfehlen. Für mich ein Roman, der noch lange nach der letzten Seite im Kopf bleibt.


Meine Empfehlung/Bewertung:

(Bewertungsskala siehe ganz unten im Blog*)

⭐⭐⭐⭐⭐  (5 von 5)





Meine 13. Rezension wird nächstes Mal unterhaltsam und überraschend: Challenge for Love von Cornelia Härtl. Eine Frau wagt sich in eine Datingshow und erlebt dabei mehr Verwicklungen und Wendungen, als sie erwartet hat.


Wenn Du mit mir über die Bücher diskutieren magst, schreib mich gerne an. Oder hinterlasse einen Kommentar auf Facebook oder Instagram unter dem Beitrag mit dem Link zum jeweiligen Blog. Ich freu mich!


Beste Grüße
Silvia





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*) Bewertungsskala


⭐⭐⭐⭐⭐ 5 Sterne – Herausragend

Ein Buch, das ich nicht vergesse. Stil, Figuren, Story und Sprache sind herausragend.


⭐⭐⭐⭐ 4 Sterne – Sehr lesenswert

Starke Handlung, interessante Themen, uneingeschränkt empfehlenswert.


⭐⭐⭐ 3 Sterne – Lesenswert

Hat mich gut unterhalten, mit Höhen und Tiefen – empfehlenswert, aber nicht überwältigend.


⭐⭐ 2 Sterne – Solide

Gute Ansätze, aber nicht durchgehend überzeugend.


⭐ 1 Stern – Nicht mein Fall

Hat mich leider nicht erreicht, weder Stil noch Inhalt konnten mich überzeugen. Dennoch zu Ende gelesen.


Kein Stern - Nicht weiter gelesen (maximal 1 oder 2 Kapitel)


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