Silvias kreativer Blog

Das gute Mädchen - Michelle Dunne - Buchrezension

Silvia Stangl • 6. September 2026

Seit dem 26.08.2026 bin ich auf einem stationären Klinikaufenthalt für insgesamt 6 Wochen.
Also genug Zeit fürs lesen und ausruhen. Für die Plattform Digital Publisher rezensiere ich mein zweites E-Book. Insgesamt meine 18. Rezension. In dem Buch geht es um einen verstörenden aber fesselnden Thriller über Schuld, Lügen und eine dunkle Vergangenheit:
"Das gute Mädchen" von Michelle Dunne.

Collage Neue Wege Neue Möglichkeiten



Das gute Mädchen

Autorin: Michelle Dunne

Titel: Das gute Mädchen
Kategorie: Psychothriller
Seiten:
  ca. 509 - kommt auf die Schriftgröße an

Erscheinungsdatum: 27.08.2026

Lesezeit: 31.08. bis 01.09.2026
Mein zweites E-Book  - Plattform: Digital Publishers


Um was geht es in diesem Buch? (Kurzfassung):

In Cork verschwinden mehrere Männer spurlos. Detective Jerry Hughes übernimmt den Fall und erkennt schnell eine Verbindung zu Grace Murphy. Die junge Frau arbeitet in einer Kaffeebar, kümmert sich liebevoll um ihre Schwester und führt ein unscheinbares Leben. Doch ihre schwere Kindheit und die Männer, die nun verschwinden, erinnern Jerry an jemand aus ihrer Vergangenheit. Er ist mit Grace und ihrer Schwester seit vielen Jahren verbunden und möchte sie beschützen. Schon bald kommt er der Wahrheit gefährlich nahe.


Mein erster Leseeindruck:

Schon im ersten Kapitel weiß man schnell, wer der Täter oder die Täterin ist. Damit beginnt die Geschichte gleich düster und sehr schockierend. Wer schwache Nerven hat, für den ist dieser Roman wirklich starker Tobak. Trotzdem konnte ich das E-Book kaum aus der Hand legen. Ich war beim Lesen ständig hin- und hergerissen zwischen Fassungslosigkeit, Schock, Faszination und der Spannung, unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht.

Die Abgründe der menschlichen Seele kann man sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Beim Lesen hatte ich aber manchmal das Gefühl, mitten in dieser Geschichte zu stecken und all das selbst mitzuerleben. Tatsächlich habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen. Allerdings musste ich zwischendurch immer wieder Pausen einlegen, um manche Passagen erst einmal sacken zu lassen. An einigen Stellen war ich so geschockt und emotional berührt, dass mir tatsächlich die Tränen gekommen sind und ich Mühe hatte, mich wieder zu fassen. Ein Buch, das mich definitiv nicht kaltgelassen hat.


Ein schöner Spruch aus dem Buch:
"Väter sind ganz gewöhnliche Männer, die durch die Liebe zu Helden, Abenteurern, Geschichtenerzählern und Sängern werden" Pam Brown

Eine sehr bewegende Stelle aus dem Buch, bei der ich besonders weinen musste:
Die zehnjährige Amber liegt auf ihrem verdreckten Bett, als Jerry sie findet. Er schirmt sie ab und bleibt bei ihr, bis der Rettungswagen kommt. Auch das Bild von Grace, die vor der Tür steht, wird er wohl nie wieder vergessen. Jerry weiß, dass die Welt erfahren muss, was in diesem Zimmer geschehen ist und was dieses Monster dem Mädchen angetan hat. Aber gleichzeitig möchte er nicht, dass irgendjemand das, was er gesehen hat, jemals mit eigenen Augen sehen muss.

Mich hat diese Stelle sehr getroffen. Nicht nur das, was Amber widerfahren ist, sondern vor allem die Vorstellung, dass ein Mensch einem Kind so etwas überhaupt antun kann. Wie tief muss ein Mensch

sinken, um einem wehrlosen Kind so etwas anzutun? Diese Unmenschlichkeit ist für mich kaum zu begreifen.


Welche Themen standen im Vordergrund?

  • Missbrauch und Familientraumata
  • Lügen, Schuld und dunkle Vergangenheit
  • Rache und Vergeltung
  • Folter und Mord
  • Kontrolle und Abgründe der menschlichen Seele


Mein persönliches Fazit:
Manche Themen sind einfach schwer zu verdauen. Und wer mit solchen Inhalten nicht gut umgehen kann, sollte dieses Buch vielleicht lieber nicht lesen. Denn die Geschichte ist an manchen Stellen wirklich sehr hart und schwer zu verdauen und für mich teilweise fast zu anschaulich beschrieben. Das Buch hat mir
eine schlaflose Nacht beschert, weil ich die Bilder einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe.

Trotzdem möchte ich dieses Buch unbedingt empfehlen. Denn die Thematik selbst wird meiner Meinung nach noch immer viel zu oft verschwiegen. Und leider kann so etwas viel häufiger vorkommen, als man vielleicht denkt. Gerade dort, wo niemand hinter verschlossene Türen schauen kann.

Vielleicht ist genau das die Stärke dieses Buches: Es macht aufmerksam und lässt einen nicht einfach wegsehen. Man sollte genauer hinschauen, wenn sich irgendwo etwas verändert oder ein Kind plötzlich anders wirkt. Lieber einmal zu viel hinsehen und nachfragen, als einmal zu wenig.


Meine Empfehlung/Bewertung:

(Bewertungsskala siehe ganz unten im Blog*)

⭐⭐⭐⭐⭐  (5 von 5)
Wobei ich sogar noch 2 Sterne drauflegen würde, weil das Buch absolute Höhen und Tiefen meiner Emotionen hervorgebracht hat.





Mit dem Buch "Mord im schottischen Schloss" von Jeannine Molitor wechsle ich von harter "Kost" zu einem charmanten Cosy-Crime. Im nächsten Blog erzähle ich Dir mehr davon.




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Beste Grüße
Silvia





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*) Bewertungsskala


⭐⭐⭐⭐⭐ 5 Sterne – Herausragend

Ein Buch, das ich nicht vergesse. Stil, Figuren, Story und Sprache sind herausragend.


⭐⭐⭐⭐ 4 Sterne – Sehr lesenswert

Starke Handlung, interessante Themen, uneingeschränkt empfehlenswert.


⭐⭐⭐ 3 Sterne – Lesenswert

Hat mich gut unterhalten, mit Höhen und Tiefen – empfehlenswert, aber nicht überwältigend.


⭐⭐ 2 Sterne – Solide

Gute Ansätze, aber nicht durchgehend überzeugend.


⭐ 1 Stern – Nicht mein Fall

Hat mich leider nicht erreicht, weder Stil noch Inhalt konnten mich überzeugen. Dennoch zu Ende gelesen.


Kein Stern - Nicht weiter gelesen (maximal 1 oder 2 Kapitel)


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