Silvias kreativer Blog

Die verlorenen Mädchen von Tydeham - Rhys Bowen - Buchrezension

Silvia Stangl • 5. Oktober 2026

„Die verlorenen Mädchen von Tydeham“ von Rhys Bowen ist ein spannender Roman, der eine Journalistin auf eine Reise in die Vergangenheit führt. Was zunächst mit dem Verschwinden eines Mädchens beginnt, führt sie immer tiefer in die Ereignisse der Kriegszeit und zu einer Geschichte, die viele Jahre im Verborgenen lag. Solche Romane mag ich besonders gerne: Geschichten, die verschiedene Zeitebenen miteinander verbinden, ein Stück Geschichte erzählen und gleichzeitig einem längst vergangenen Geheimnis auf der Spur sind. Ich finde es spannend, wenn ein Fall viele Jahre ungelöst bleibt und erst viel später jemand beginnt, die alten Spuren wieder zusammenzufügen. In meiner 26. Rezension möchte ich
Dir erzählen, wie mir das Buch gefallen hat und ob es der Protagonistin gelingt, nach und nach Licht in die Vergangenheit zu bringen und welche Geheimnisse sie dabei ans Tageslicht holt.


Collage Neue Wege Neue Möglichkeiten



Die verlorenen Mädchen von Tydeham

Autorin: Rhys Bowen

Titel: Die verlorenen Mädchen von Tydeham
Kategorie: Roman/Zweiter Weltkrieg-Krimi
Seiten:
  ca. 511 - kommt auf die Schriftgröße an

Erscheinungsdatum: 24.09.2026

Lesezeit: 24.09. bis 29.09.2026

Mein sechstes E-Book  - Plattform: Digital Publishers


Um was geht es in diesem Buch? (Kurzfassung):

Die Journalistin Liz Houghton möchte mit ihrer Recherche über das Verschwinden der kleinen Lucy Fareham beruflich endlich den Durchbruch schaffen. Ihre Spur führt sie in ein verlassenes Dorf in Dorset und zu drei Mädchen, die während des Krieges dorthin evakuiert wurden und unter rätselhaften Umständen verschwanden. Lange wurde vermutet, dass ein Serienmörder hinter den Fällen steckt.

Doch je tiefer Liz in die Vergangenheit eintaucht, desto komplizierter wird die Geschichte. Seltsame

Déjà-vus lassen sie an ihrer eigenen Verbindung zu den Ereignissen zweifeln und nach und nach erkennt sie, dass auch ihre eigene Familiengeschichte mit dem verlassenen Dorf verbunden ist. Je mehr der Schleier der Vergangenheit sich lichtet, desto mehr verdrängte Erinnerungen kommen ans Licht. Die Geschichten der vier Mädchen nehmen dabei jeweils eine andere, aber ebenso dramatische Wendung. Und schließlich muss Liz sich einem lange gehüteten Familiengeheimnis stellen, das nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Familie über Generationen hinweg beeinflusst hat.


Mein erster Leseeindruck:

Ich liebe Romane, in denen Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbunden werden und sich nach und nach eine Brücke zwischen beiden Zeiten bildet. Deshalb hat mich schon die Einleitung des E-Books sehr angesprochen und meine Erwartungen an die Geschichte voll erfüllt. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen und ihre Gefühle nachvollziehen. Der Schreibstil ist spannend und sehr gut durchdacht. An vielen Stellen bekam ich eine richtige Gänsehaut und wollte am liebsten gar nicht aufhören zu lesen, bevor ich den letzten Buchstaben gelesen hatte. Die nächste Gelegenheit zum Weiterlesen konnte ich kaum erwarten. Besonders berührt haben mich die Schicksale der Mädchen und ihrer Familien. An manchen Stellen empfand ich tiefes Mitgefühl und wollte mir gar nicht vorstellen, wie sich die Betroffenen in solchen Situationen gefühlt haben müssen. Die Geschichten sind teilweise sehr erschütternd – und gleichzeitig hatte ich immer wieder den Gedanken, dass sich Ähnliches in den Wirren der Kriegszeit tatsächlich zugetragen haben könnte.

Für mich ist Die verlorenen Mädchen von Tydeham ein sehr bewegender und spannender Roman, der mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat und so schnell nicht aus meinem Kopf verschwinden wird.


Ein bisschen spooky:
Auf Seite 14 im Prolog wird über ein Schreiben berichtet, in dem die Dorfbewohnern zu einer Versammlung im Gemeindehaus verpflichtet werden. Der Termin ist der 24. September um zwanzig Uhr. Genau an der Stelle habe ich auf die Uhr geschaut. Und es war genau dieses Datum und (fast) diese Uhrzeit.

Dieser Satz hat mich sehr berührt und fassungslos gemacht:
Am Ende von Kapitel 6, etwa auf Seite 94, möchte der sechsjährige James seine Mutter trösten, als sie gezwungen werden, ihr Anwesen zu verlassen. Ihre Antwort hat mich beim Lesen regelrecht getroffen.

Sie sagt ihm, dass er ein guter Junge sei, und bringt gleichzeitig wörtlich zum Ausdruck, dass sie sich wünscht, ihn mehr lieben zu können. Wie kann eine Mutter solche Worte zu ihrem eigenen Kind sagen? Egal, was sie selbst erlebt hat und was sie dazu bringt, so etwas auszusprechen. Für ein Kind müssen
solche Worte unglaublich verletzend sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man so etwas einfach vergessen kann. Gerade weil James noch so klein ist und eigentlich selbst Trost und Sicherheit bräuchte, hat mich diese Szene besonders fassungslos gemacht.


Welche Themen standen im Vordergrund?

  • Vermisste Mädchen und Ermittlungen
  • Mord und andere Schicksale
  • Kriegswirren im 2. Weltkrieg
  • Tragische Familiengeheimisse

Mein persönliches Fazit:

"Die verlorenen Mädchen von Tydeham" ist ein Roman, der mir wirklich unter die Haut gegangen ist und mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat. Es fällt mir fast schwer, in Worte zu fassen, welches Wechselbad der Gefühle die Geschichte bei mir ausgelöst hat. Spannung, Gänsehaut, Traurigkeit,

Mitgefühl und Fassungslosigkeit: von allem war etwas dabei. Besonders gefallen hat mir die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Die Geschichte ist spannend erzählt, gleichzeitig aber auch schwere Kost und definitiv kein Buch, das man einfach nebenbei liest. Die Schicksale haben mich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Für mich ist der Roman absolut lesenswert und eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten mit verschiedenen Zeitebenen mögen und sich auch auf emotional anspruchsvollere Themen einlassen können. Wenn ich meine persönliche Sternenskala nicht selbst begrenzt hätte, würde

ich sie für dieses Buch tatsächlich gerne erweitern. Denn diese Geschichte hat bei mir etwas hinterlassen, das noch eine ganze Weile nachwirken wird.


Meine Empfehlung/Bewertung:

(Bewertungsskala siehe ganz unten im Blog*)

⭐⭐⭐⭐⭐  (5 von 5)




Im nächsten Blog wartet wieder ein Buch von Michelle Dunne auf Dich. „Das gute Mädchen“ hat mich bereits sehr gefesselt, aber mit „Ihre beste Freundin“ hat sie mich endgültig gepackt und die Messlatte ziemlich hoch gelegt. Im Mittelpunkt stehen Eve und Pennie, zwei Schwestern, die nach dem Tod ihrer Pflegeeltern plötzlich auf sich allein gestellt sind. Pennie verändert sich immer mehr, zieht sich zurück und erzählt von ihrer imaginären Freundin „Angel“. Doch Eve ist sich bald nicht mehr sicher, ob Angel tatsächlich nur ihrer Fantasie entspringt oder ob mehr dahintersteckt. Meine 27. Rezension verspricht Spannung, Gänsehaut und eine Geschichte, bei der man sich wahrscheinlich mehr als einmal fragt, was eigentlich Realität ist.


Wenn Du mit mir über die Bücher diskutieren magst, schreib mich gerne an. Oder hinterlasse einen Kommentar auf Facebook oder Instagram unter dem Beitrag mit dem Link zum jeweiligen Blog.

Ich freu mich!


Beste Grüße
Silvia





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*) Bewertungsskala


⭐⭐⭐⭐⭐ 5 Sterne – Herausragend

Ein Buch, das ich nicht vergesse. Stil, Figuren, Story und Sprache sind herausragend.


⭐⭐⭐⭐ 4 Sterne – Sehr lesenswert

Starke Handlung, interessante Themen, uneingeschränkt empfehlenswert.


⭐⭐⭐ 3 Sterne – Lesenswert

Hat mich gut unterhalten, mit Höhen und Tiefen – empfehlenswert, aber nicht überwältigend.


⭐⭐ 2 Sterne – Solide

Gute Ansätze, aber nicht durchgehend überzeugend.


⭐ 1 Stern – Nicht mein Fall

Hat mich leider nicht erreicht, weder Stil noch Inhalt konnten mich überzeugen. Dennoch zu Ende gelesen.


Kein Stern - Nicht weiter gelesen (maximal 1 oder 2 Kapitel)


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