Silvias kreativer Blog
Im Land der Tunnel - Christian Klaus - Buchrezension
Christian Klaus hat mir sein Buch "Im Land der Tunnel" ans Herz gelegt und gefragt, ob ich es lesen möchte. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Besonders bedanken möchte ich mich bei ihm dafür, dass er sich so viel Mühe gemacht hat, mir das Buch von der Schweiz bzw. über einen Umweg über Konstanz zukommen zu lassen. In der Geschichte geht es um Stille, ums Innehalten und um die Frage, woran wir erkennen, was am Ende wirklich bleibt. Gerade nach meinem längeren Krankenhausaufenthalt kann ich gut nachvollziehen, wie wertvoll solche Momente der Ruhe sein können. Auch ich habe in dieser Zeit viel nachgedacht und manches mit anderen Augen gesehen. Welche Gedanken das Buch in mir ausgelöst hat, erzähle ich Dir heute in meiner 33. Rezension.

Im Land der Tunnel
Autor: Christian Klaus
Titel:
Im Land der Tunnel
Kategorie:
Poetischer Roman
Seiten:
130
Erscheinungsdatum: November 2025
Lesezeit: 15.10.2026
Vom Autor persönlich mit einer lieben Nachricht zugeschickt bekommen. Herzlichen Dank dafür!
Um was geht es in diesem Buch? (Kurzfassung):
Clara kehrt nach einer Trennung aus Buenos Aires zurück und möchte ins Tessin reisen. Doch im Gotthard-Tunnel wird sie unverhofft zu einer längeren Pause gezwungen. Ein Kondukteur tippt sich mit zwei Fingern an die Schirmmütze und spricht mit ihr, als wüsste er längst, wohin ihre Reise führt. Aber manchmal nimmt das Leben eine ganz andere Wendung als geplant. In der unerwarteten Stille beginnt Clara, innezuhalten und ihren Blick auf das Wesentliche zu richten. Was eben noch wichtig schien, rückt plötzlich in den Hintergrund. Ein poetischer Roman über Verlust, Freundschaft und die leisen Momente, die uns verändern. Und über die Frage, was am Ende wirklich bleibt, wenn das Leben uns zum Innehalten zwingt.
Mein erster Leseeindruck:
Im Land der Tunnel ist ein eher schmales Büchlein mit einer kurzen, aber sehr feinen Geschichte. Es gibt keine großen Aktionen und keine spektakulären Ereignisse. Und trotzdem ist Claras Reise auf ihre ganz eigene Art ein Abenteuer. Die Erzählweise hat mir richtig gut gefallen. Beim Lesen hatte ich die Bilder vor Augen und konnte mir die Orte und Situationen gut vorstellen. Auch Claras Gedanken und Gefühle konnte ich gut nachvollziehen. Ich hatte das Gefühl, ein Stück mit ihr unterwegs zu sein und mitzuerleben, wie sich ihr Blick auf manche Dinge verändert. Vielleicht hat mich die Geschichte auch deshalb so angesprochen, weil ich mich in Clara ein wenig wiedererkenne. Auch ich musste vor einigen Jahren nach einem Neuanfang erst einmal innehalten und mein Leben neu sortieren. Gesundheitlich und auch in anderer Hinsicht hat sich für mich vieles verändert. Dabei habe ich mich ebenfalls gefragt, was wirklich wichtig ist und was vielleicht gar nicht mehr so viel Raum einnehmen sollte. Für mich ist Im Land der Tunnel eine kleine, feine Geschichte, die zum Nachdenken anregt, ohne große Worte machen zu müssen. Manchmal braucht es eben eine ungeplante Pause, um wieder klarer zu sehen. Und manchmal entdeckt man gerade in der Stille, was im eigenen Leben wirklich zählt.
Ein Satz, der mir besonders gut gefallen hat:
Auf Seite 11 beschreibt Clara die Freundschaft zwischen Milla und ihr. Sie haben sich in der Schulzeit gefunden, aus den Augen verloren und wiedergefunden. Milla ist nach ihrem Kunststudium ins Tessin gezogen, weil das Licht dort, wie sie sagt, „ehrlicher“ ist. Zwei Jahre haben sie sich nicht gesehen, doch
ihre Verbindung ist geblieben.
Besonders schön fand ich diesen Satz:
„Aber manche Freundschaften sind wie Bergbäche: Man hört sie nicht immer, aber sie fliessen.“
Dabei musste ich sofort an meine Freundin Sabine denken, die für mich fast wie eine Schwester ist. Wir sehen uns selten, weil sie viel verreist und unsere Zeitpläne nicht immer zusammenpassen.
Trotzdem gibt es keine Vorwürfe, sondern einfach schöne Momente und Gespräche. Wir denken oft aneinander, denn wir sind seit meinem ersten Lebenstag verbunden. Sabine ist gerade einmal zwei
Tage älter als ich. Für mich bedeutet Freundschaft genau das: Man muss sich nicht ständig sehen, um
sich nah zu sein. Manche Verbindungen fliessen einfach weiter, ganz still und selbstverständlich.
Welche Themen standen im Vordergrund?
- Freundschaft und tiefe Verbundenheit
- Verlust und Neuanfang
- Innehalten und Selbstfindung
- Die Suche nach dem Wesentlichen im Leben
- Stille, Vergänglichkeit und persönliche Veränderung
Mein persönliches Fazit:
Eine kleine, feine Geschichte mit leisen Tönen und einer großen Botschaft. Christian Klaus erzählt einfühlsam und bildhaft von Freundschaft, Verlust und den Momenten, die uns innehalten lassen.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und noch eine Weile nachklingt. Für alle, die Geschichten mit Tiefgang mögen, eine absolute Leseempfehlung!
Meine Empfehlung/Bewertung:
(Bewertungsskala siehe ganz unten im Blog*)
⭐⭐⭐⭐⭐ (5 von 5)
In meiner nächsten, der 34. Rezension, stelle ich Dir den Thriller "Das Haus im Schnee" von Keri Beevis vor. Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt eine Frau, dass sie adoptiert wurde. Auf der Suche nach ihren Wurzeln versucht sie, Kontakt zu ihrem Bruder aufzunehmen. Zunächst ist er von dieser Idee wenig begeistert, doch schließlich lädt er sie zu sich ein. Was als Chance auf ein Kennenlernen beginnt, entwickelt sich bald zu einer unheimlichen Begegnung. Denn das verschneite Haus birgt dunkle Geheimnisse, und schon bald stellt sich die Frage, ob sie es jemals wieder verlassen kann. Welche Wahrheit verbirgt sich hinter den verschlossenen Türen? Und wird aus der Suche nach ihrer Familie eine gefährliche Falle?
Du darfst gespannt sein!
Wenn Du mit mir über die Bücher diskutieren magst, schreib mich gerne an. Oder hinterlasse einen Kommentar auf Facebook oder Instagram unter dem Beitrag mit dem Link zum jeweiligen Blog. Ich freu mich!
Beste Grüße
Silvia
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Schau doch mal vorbei ;-)
*) Bewertungsskala
⭐⭐⭐⭐⭐ 5 Sterne – Herausragend
Ein Buch, das ich nicht vergesse. Stil, Figuren, Story und Sprache sind herausragend.
⭐⭐⭐⭐ 4 Sterne – Sehr lesenswert
Starke Handlung, interessante Themen, uneingeschränkt empfehlenswert.
⭐⭐⭐ 3 Sterne – Lesenswert
Hat mich gut unterhalten, mit Höhen und Tiefen – empfehlenswert, aber nicht überwältigend.
⭐⭐ 2 Sterne – Solide
Gute Ansätze, aber nicht durchgehend überzeugend.
⭐ 1 Stern – Nicht mein Fall
Hat mich leider nicht erreicht, weder Stil noch Inhalt konnten mich überzeugen. Dennoch zu Ende gelesen.
Kein Stern - Nicht weiter gelesen (maximal 1 oder 2 Kapitel)











